Die Kinomacher

Die Sonderausstellung des Museumsvereins Kautzen in Zusammenarbeit mit dem Klub der Kinoamateure Österreichs war von Samstag, 2. September 2000 bis 1. November 2000 geöffnet.

 


Die Kinomacher
v.l.r.: Obmann des Museumsvereins Kautzen Franz Perzi, Ing. Peter Gruber, Mag. Hubert Sielecki, Bürgermeister NRAbg. Erwin Hornek
Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum Kautzen am 2.9.2000
Kautzen ein Ort im oberen Waldviertel, im Herzen des „Bandlkramerlandl`s", hart an der Grenze zu Tschechien, kraftfeldreich durch die Nähe zur nördlichen Wasserscheide. Neben der Suche nach Ruhe und Entspannung, kann auch die Fähigkeit zum Wünschlrutengehen getestet und erworben werden. - Aber was hat das alles mit Film zu tun? Ganz einfach - jedes Jahr wird das sogenannte Marktfest abgehalten, aber nicht nur eines der üblichen Zeltfeste mit Schunkeln, Bier und Holladrio, sondern jedes Jahr gibt's ein Thema.
Heuer war es die Ausstellung „Die Kinomacher", im vor kurzem renovierten Heimatmuseum. Die guten Kontakte von Herrn Ing. Peter Gruber dem Leiter des KdKÖ zum Leiter des Heimatmuseums Kautzen ermöglichten die Ausstellung außerhalb Wiens. Beeindruckend war der Kontrast der ständigen Ausstellung, der Bauernstube, den Webstühlen, der Schmiede- und Schneiderwerkstatt aus dem vielzitierten ländlichen Raum und den oft fragilen Exponaten aus der Urzeit des Kinos.

Zur Einstimmung erklangen Dudelsackklänge in der Aula der örtlichen Hauptschule in der Amateurfilme zum Teil auf historischen Geräten vorgeführt wurden.

Nach den launigen Eröffnungsreden startete ein interessantern Abend.
Ganz im Stil des guten alten Lichtspieltheaters, das noch in guter Erinnerung der Besucher war. Die Stummfilme wurden mit Klavierbegleitung vorgeführt.

Neben den Archiven des Klubs der Kinoamateure öffnete auch das Heimatmuseum Waidhofen/Thaya die Filmarchive. Der Bogen spannte sich von der Stierschau und Zuchtviehmarkt in Zwettl 1928, Waldviertler Blondvieh auf der Landesausstellung in Horn 1928; zu einer Zeppelinlandung der LZ 127 auf dem Flugfeld in Aspern. Der Höhepunkt des Abends waren Berichte über ein Jugenderholungsheim im Schloss Illmau bei Kautzen und Werbefilme aus dem Kino Waidhofen/Thaya - die Besucher wurden in die Zeit von 1930 bis 1935 zurückgeführt. Amateurfilme der 1.Maiaufmärsche 1934/1938/1939 waren beeindruckend und bedrückend zugleich. Ebenso der zeitgemäße Bericht über das Waldviertel aus dem Jahr 1939. Schlusspunkt des Amateurblocks war der Film „Panta Rhei" von Sonja Steger, 1999.
Der Abend endete mit künstlerischen Trick- und Animationsfilmen von Mag. Hubert Sielecki, der den Dudelsack virtuos beherrschte. Die Veranstaltung zeigt einmal mehr, wie wichtig die Amateure für die Dokumentation der Zeitgeschichte sind, und wie engagiert die Möglichkeiten des Klub´s der Kinoamateure angenommen werden. Nach dem Motto: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - nur der Film erzählt die Geschichte ganz".

paul